Social Network DJ | Der große Irrtum.

Vor Google und Facebook gab es Internetseiten.

Vor den sozialen Netzwerken gab es Internet Foren.

Jetzt gibt es alles – und der Frust macht sich breit – warum ?

Das Internet gibt es ja nicht erst seit gestern. Früher war es nur etwas teurer, es war nicht jeder online oder vernetzt.

Bis der DJ mitbekommen hat, dass wir wohl in Zukunft das Internet benötigen, waren andere schon längst drin und viel weiter.

Jetzt musste aufgeholt werden, es wurde kopiert und abgekupfert, was das Zeug hielt.

Dann kamen die ersten Internet Foren auf den Markt. Da wurde angefangen zu diskutieren, da wurde dann ausgehorcht und man versuchte, so viele Infos zu erhalten wie möglich, um auf den Internet Zug aufzuspringen, die verlorene Zeit musste aufgeholt werden und wenn es geht, recht schnell den Mitbewerbern zeigen – ich kann es besser.

Dann ging es Schlag auf Schlag – eBay – Google – Freenet oder web.de – plötzlich war alles scheinbar umsonst – oder man konnte Geld machen. In unserer Branche waren das dann die DJ Agenturen, die auf den Markt kamen. Wem gehört wohl www.dj-agentur.de ?

Dann kamen Domain Anbieter wie Strato oder 1 &1. Eine eigene Domain wurde erschwinglich. Der Kampf um den besten Domainnamen begann.

Und schon wurde es voll auf der Datenautobahn. Ein Unternehmen wie Google hat es gewusst – mit Suchen macht man Geld. Gefunden werden ist das Zauberwort.

Google, die DJ SuchmaschineSomit begann der Run auf die Seite 1 bei Google. Obwohl Google gar nicht möchte, dass Du so ohne weiteres auf die erste Seite kommst. Sie wollen dich dahin verkaufen. Du sollst Werbung schalten.

Die Anfangszeiten waren wild, es wurde getrickst, um ja keine Werbung schalten zu müssen. Aber Google entwickelte sich weiter und hat weltweit nun jeden im Griff, der online ein Geschäft tägigen möchte.

Soweit so gut. Aber jemandem die Weltherrschaft zu überlassen, kampflos – das gab es noch nie.  Viele haben es versucht, einige gibt es noch, aber das Verhältnis steht so ungfähr bei 85:15 zugunsten der sechsfarbigen Buchstabenfirma, die inzwischen unter der Dachmarke Alphabet alles kontrolliert.

Das gefiel wiederum einigen nicht und plötzlich bildeten sich Netzwerke. Soziale – um sich auszutauschen, um an Informationen und Wissen zu kommen, ohne dass man sich auf eine Firma verlassen muss. Die Technik und die Erfindung des iPhones machte es möglich. Wir sind weltweit eine ganz große Familie geworden und wir sind alle miteinander befreundet, scheinbar. Eine tolle Sache.

Und schon wieder erkannte man, damit lässt sich Geld machen – Werbung, immer mehr Dienste werden angeboten, das muss ja jemand bezahlen.

Da wurde der Marktführer aber langsam sauer, Umsatzverluste mag man in Amerika überhaupt nicht, also musste man sich mit allen möglichen “verknüpfen”, damit es uns gut geht – und wir an alle Informationen kommen können. Google will wissen, was Du auf Facebook machst, Facebook will wissen, mit wem Du so alles Deine Freizeit verbringst, welche Hobbys Du hast und womit Du Dein Geld verdienst. Und nun kommen immer mehr neue Plattformen auf den Markt und sollen sich gegenseitig verknüpfen.

Da Du aber bei Google immer noch gefunden werden möchtest, beim 99%igen Marktführer für Suchergebnisse, sollst Du Dich überall beteiligen. Also profitiert Google von jedem neuen Trend, den wir mitmachen.

Social Network DJ | Der mobile DJ auf Facebook und CO.

Das Dumme ist, wir müssen dabeisein, wir müssen posten, Bilder machen, Videos hochladen.

Einmal im Jahr, oder im Monat oder doch nur einmal pro Woche? Nein – natürlich täglich, sonst vermisst Dich Facebook, wenn es nicht weiß, was Du machst. Twitter macht sich Sorgen, dass du das Neuste der letzten drei Stunden verpasst hast, das darf nicht sein.

Das Social Network DJ, wie komme ich als mobiler Party und Hochzeit DJ zu einem erfolgreichen Booking?

Zum Beispiel mit der www.dj-ag.de.

Social Media – mach mit, sei dabei – um jeden Preis.

Wenn Du nicht mitmachst im Social Network, dann wirst Du halt runtergestuft bei Google – Google braucht Deine Infos, Google lässt andere Dienste die Arbeit machen, wertet die Daten nur aus – und hat mehr Zeit, das eigene Geschäft zu optimieren.

Also sollen wir täglich was posten, sollen mal erzählen, was wir so machen. Damit das auch alle lesen können, werden Gruppen gegründet, da kann jeder mitmachen, der die gleichen Interessen hat.

Und wenn dann die Gruppe nervt, weil wir ja alle das Gleiche machen und das Gleiche erleben, gründet man eine eigene Gruppe. Auf allen Partys wird halt getanzt und getrunken und der DJ steht hinter dem Pult, das ist an jedem Wochenende so, überall auf der Welt, es gibt nicht viel Neues, was man erzählen könnte.

Aber weil ja alle das Gleiche erzählen, werden die Gruppen langweilig – und viel schlimmer – man beschimpft sich, lässt seinen Frust an anderen aus. Und wenn es dann zu nervig wird in der Gruppe – dann mach ich halt einen neue auf, bei meiner Gruppe wird das alles anders, am besten eine geschlossene Gruppe, dann muss man mich fragen, ich kann entscheiden, wer darf rein, wer nicht.

Aber halt, eine Gruppe ohne DJs funktioniert ja auch nicht, also lade ich DJs in die Gruppe ein, das spricht sich rum und jeder andere DJ möchte dann auch in die neue Gruppe.

Jetzt hat Facebook ganz viele Gruppen, in denen überall die gleichen DJs drin sind. Da der DJ aber nicht weiß, welche Gruppe der andere DJ nun verfolgt, muss er halt in allen Gruppen posten, am besten alles zeitgleich und auch überall die gleichen dummen Fragen stellen, doppelt hält besser.

Das nervt nun wiederum die anderen DJs und diese fangen an, die Gruppe zu ignorieren. Ein Teufelskreis.

Ein Paradebeispiel für Desinteresse an Gruppen oder Portalen – der allseits bekannte BVD e.V. Seit Anfang 2016 haben die eine neue Webseite und haben die alten Inhalte resetet. Der “Verein” hat wohl über 1.000 aktive Mitglieder, aber nur einige wenige Mitglieder haben sich in den letzten Monaten auf der Webseite wieder neu eingetragen, im Forum herrscht gähnende Leere. 2 Beiträge, 3 Monate alt. Die Facebook Gruppe von denen hat aktuell 4.959 Mitglieder – aber keine 50 DJs beteiligen sich – 90% aller Beiträge findet man mehrfach auch in anderen Gruppen. Immer mehr DJs treten irgendwo ein, neugierig halt, aber nach kurzer Zeit schaltet man die “Verfolgung” aus. – Die Webseite hat es geschafft, sich von 1.800 Backlinks auf 27 runterzuwirtschaften.

Facebook Seiten und Gruppen. Es wird unübersichtlich, die Artikel werden nicht mehr gelesen, also schalten wir doch Werbung auf Facebook – kostet ja nicht viel. Was nun ? Schon wieder einen neuen Artikel schreiben. Keine Zeit, also nehmen wir einfach einen Artikel, den wir schon mal gepostet und in alle Gruppen verteilt und mit allen Freunden geteilt haben. Ihr merkt schon – Wirkung gleich Null, denn Dein Beitrag ist nur einer von vielen tausenden täglich, alleine nur zum Thema DJ, der Beitrag ist nach 20 Minuten im Nirvana verschwunden. Hat schon mal einer von Euch einen Facebook Beitrag aus einer Gruppe in einem Google Suchergebnis gesehen ?

Während die einen so langsam feststellen, dass da Unmengen an Geld verbrannt werden und man jede Menge Zeit investiert in das Social Network anstatt sich draußen mit Freunden zu treffen – weitet sich die Sache immer weiter aus – negativ auf die Präsenz im Internet.

Denn eins mag Google inzwischen gar nicht – Duplicate Internet. Also doppelte Inhalte. Somit wird alles rausgefiltert, was doppelt und dreifach im Netz auftaucht. Und da sogar ganze Webseiten auf den Netzwerken geteilt werden, rutscht der DJ immer weiter ab in den Suchergebnissen und weiß nicht warum.

Und wieder wird getrickst. Google wehrt sich und hat inzwischen 200 Vorgaben, die eingehalten werden müssen, damit Google Dich auch entsprechend würdigt.

Das Blöde ist, kaum einer kennt diese 200 Vorgaben. Ca. 25% kennen vielleicht mal gerade 20 Mindestvorgaben, weitere 20 Kniffe verbreiten sich durch Foren, Gruppen und sonstige Quellen.

Da Google aber seine Strategien monatlich ändert, sind viele Vorgaben schon veraltet, bevor andere sie anwenden.

Deshalb gibt es SEO Firmen. Wer die Bezeichnung noch nicht kennt, SEO = search engine optimization, auf deutsch: Suchmaschinenoptimierung.

Da gibt es wie bei den DJs – gute Firmen mit reichlich Erfahrung und welche, die das zwar schon mal gemacht haben, aber ihre Kenntnisse aus dem Internet haben, also ohne praktische Erfahrung.

Somit kommt es wie es kommen muss – die guten SEO Firmen kann sich der normale DJ nicht leisten – die “billigen” – naja – das ist halt das gleiche Thema wie bei den Gagendiskussionen.

Der nächste Trend ist im Anmarsch DJ Berater.

Während Facebook gerade mal so seit drei Jahren von DJs genutzt wird – und der Machtkampf dort alles erreicht, außer geschäftlich erfolgreich zu sein, werden im Winter die mobilen DJs aktiv, wenn an sich nicht so viel zu tun ist. Sie sind auf eine neue Idee gekommen. Wenn das ganze Marketing nicht so funktioniert, wie es versprochen wurde – dann versuche ich halt mein Wissen, das ich mir in den letzten Jahren angeeignet habe, zu verkaufen. Irgendeiner hat dann immer die erste Idee – und schwupps haben wir plötzlich DJ Berater für alle Lebenslagen.

Gegen die Sache an sich ist erst mal nichts einzuwenden. Denn wer überhaupt keine Ahnung hat (auch für die Kanzlerin ist das Internet noch Neuland) lernt auf jeden Fall etwas. Gefährlich wird es, wenn diese “Berater” nicht auf dem neusten Stand sind und nur das eigene Wissen an den DJ bringen, das schon längst überholt ist. Oder wenn jetzt plötzlich alle sagen, cool – so mache ich das jetzt auch. Das wird dann wieder gepostet, geliket, verteilt – was das Zeug hält, und innerhalb kurzer Zeit duplizieren sich nicht nur die Fehler, sondern das Interesse lässt rapide nach, man wird ignoriert, weil man alles schon tausendmal gelesen oder gesehen hat. Jeder erinnert sich plötzlich an seine Lieblingshits, stellt Umfragen und macht Bilder von seinen alten CDs, oder postet irgend ein Thema, Hauptsache es hat was mit Musik zu tun, egal wie alt, egal wie oft. Und wenn man dann nicht weiter weiß, werden kleine lustige Bilder verteilt und steigert das dann noch mit Videoclips – die auf tausend anderen Seiten auch schon keiner mehr sehen will. Ein Teufelskreis.

PS: Hervorheben möchte ich die Leistung, Fachkenntnisse vom DJ Kollegen Mike aus Darmstadt. Er leistet hervorragende Arbeit und gehört mit zu den besten der neuen “Ratgeber-DJs”,

genauso wie der DJ Kollege “Twix”, einer der ersten, die ein Buch für mobile DJs geschrieben haben.

Nicht direkt aus unserer mobilen Branche, aber auch einer, der Ahnung hat und sein Fachwissen für die Club DJs teilt, ist DJ Tobander.

Und warum gibt es meine Seite ? – Ich hab nur Langeweile und gebe immer gerne meinen “Senf” dazu, wenn die DJs auf Facebook ihre Fragen stellen. Da ich aber gemerkt habe, dass man meine Beiträge gelesen hat und meine Ratschläge angenommen werden, dachte ich mir – schreib mal alles auf, dann musst Du nicht immer das Gleiche erzählen. Also reine Faulheit.

Somit stellt sich überhaupt die Frage, warum aktive mobile DJs anderen DJs etwas beibringen wollen mit der Überschrift:

Wie komme Ich an (mehr) Gigs?

Social Network DJ, DJ Jobs, DJ Gigs durch die DJ-AG.DEWir sind inzwischen soweit – es wird nicht mehr Gigs oder Aufträge geben. Die Anzahl der Locations bleibt gleich, macht ein neues Hotel oder Restaurant auf, schließt ein anderes.

Bei den Discotheken sieht es sogar anders aus. Öffnet ein neuer Laden seine Pforten, geben drei andere Discotheken oder Clubs auf.

Die Zahl der Hochzeiten bleibt seit Jahren konstant, da ändert sich nicht viel.

Das soziale Leben miteinander senkt die Zahl der Veranstaltungen. Es gibt kaum noch Silberhochzeiten und erst recht keine goldenen Hochzeiten mehr.

Polterabend und Hochzeit werden immer öfter zusammengelegt, zweimal feiern = zu teuer.

Und wer seine Scheidung verkraftet hat, endlich keinen Unterhalt mehr zahlen muss, der feiert halt seinen 50. Geburtstag oder den 60. nicht mehr so groß – das Geld spart man sich und macht dafür inzwischen lieber zwei bis drei Pauschalreisen oder eine Kreuzfahrt.

Der Kollege Mike hat mich noch drauf aufmerksam gemacht, stimmt – hatte ich vergessen. Ein paar Aufträge mehr sind es für den mobilen DJ doch geworden. Den klassischen Alleinunterhalter gibt es nicht mehr. Die Bands und Live Musiker haben einen massiven Buchungsrückgang, man bucht jetzt lieber eine mobile Disco, die ist günstiger.

Allerdings steigt gleichzeitig die Zahl der DJs – mobil oder im Club. Und somit wird es wohl doch nie mehr Gigs geben können, für den Einzelnen, das geht nur noch mit dem Ellenbogen durch die Gesellschaft oder über den Preis.

Damit wären wir wieder bei der Gagendiskussion – Artikel Ende – Social Network DJ.

Vielen Dank fürs die Aufmerksamkeit, Wolfgang Gerth, 03/2016

Ebenfalls lesenswert: Wie verteilt sich der Markt bei den DJ Portalen. Wie ist da der Machtkampf —>